Mittwoch, 25. Januar 2017

Ach, Elphi!


So viel wurde geschrieben über die Elbphilharmonie. Und ich habe dabei mitgemacht. Meinen Konzertbericht zum Chicago Symphony Orchestra am fünften Abend nach der Eröffnung kann man bei Bachtrack lesen.

Daher schreibe ich nun hier nur noch einige Banalitäten auf, die mir im Vorbeigehen aufgefallen sind. Wenn auch da schon viel Erschöpfendes geschrieben wurde, will ich dennoch über den Gesamteindruck bei meinem Konzertbesuch sprechen. Komfort und Leichtigkeit stehen da als Überschrift. Man findet schnell den Weg in den Saal an die richtige Stelle. Die vielen Alternativrouten erzeugten bei mir keinerlei Verwirrung. Viele Wege führen nach… Lange Wartezeiten an den Garderoben habe ich aufgrund ausreichender Kapazität weder vor noch nach dem Konzert erlebt. 
Im Saal war es dann richtig kuschelig gemütlich. Der vorher schon kolportierte Höhlencharakter ist wirklich vorhanden, jedoch nicht in einer düsteren oder beklemmenden Weise, sondern umarmend und einigelnd. Dies verstärkt sich noch wenn dann während des Konzertes das Saallicht gedimmt wird und man so gefühlt noch näher an die hell erleuchtete Bühne heranrückt. 

Der Klang der Instrumente rückte von meinem Platz aus allerdings weiter weg als erwartet. Da ich nah am Orchester saß führe ich das zurück auf das akustische Konzept, an jedem Platz im Saal eine möglichst ähnliche Klangqualität herzustellen. Dadurch wirkte das Gespielte auch in den ersten Reihen eher wie eine Aufnahme. Das ist eine beeindruckende akustische Leistung, und für viele Zuhörer sicher eine äusserst positive Qualität. Jedoch hat mir dies den klanglichen Blick auf so manches Solo etwas verstellt. Ein Orchester wie das CSO ging natürlich leicht mit der Akustik um und spielte einfach die Show durch. Diese hochkarätige Professionalität im Vortrag wurde vom Publikum dann mit den üblichen Ovationen belohnt.
Beim Verlassen des neuen Konzertortes setzte sich die schon in der Pause vorherrschende Cocktailpartyatmosphäre auf den Fluren fort. Viele Besucher waren sichtlich beseelt vom Erlebnis und der puren Tatsache überhaupt Karten dafür zu besitzen. 


Mit etwas Abstand fällt auf, dass die Elbphilharmonie ein Kulturereignis für alle ist. Die Stadt ist plötzlich voller Akustikexperten, erregte Diskussionen darüber ob nun Widmanns Arche oder das Eröffnungskonzert bedeutsamer war, und überhaupt - diese “mächtigen, modernen Werke” (so Kanzlerin Merkel) hätten die nicht gegen etwas mehr Mozart ersetzt werden können? Solch ein allgemeingültiges Großevent habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Dinge die bleiben.